Orschweierer Narren feiern fröhliche Urstände: „Des isch g´wachse!“  

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Orschweier (mm). Wie immer beim Bunten Abend der Narrenzunft Hornig: Fast alle Sitzplätze längst vorab verkauft, selbst die Presse muss schauen,wo sie bleibt. Das hat seinenGrund: Wenn die Orschweierer Narren feiern, reicht schon seitvielen Jahren die Halle nichtmehr aus, den Gäste-Ansturm zu bewältigen. Zeremonienmeister Michael Dosch versprach vorab: „Diesen Abend werdet ihr nicht vergessen!“ Erst die Kür von „Andrea (Neurath) der Ersten“ als neuer Fasent- Prinzessin, dann Tanz von Jockele nebst Kühen als Hornig- Hästräger, und schon ging´s auch zur kommualpolitischen Sache: Maria Frey fegte als „Rathaus-Rauersepp“ die Straßen, wenige ihrer (realen) Gemeinderatskolleginnen vor sachtem Spott verschonend: Da nahm´s ihrkeiner übel, wenn es ihn erwischte, selbst Bürgermeisterund Ortsvorsteher „Benzi und Becki“ alias Dick und Doof als neue Figuren für´s nächste Ferienprogramm nicht. Fol-ten die Lahrer „Blauen Peter“ als Shanty-Chor mit Seemannsliedern von (Nachttopf-) Häfen, Schifffahrt und natürlich dem schönen Orschweierer Land nebst dortigem Nachtleben handelnd. Weiter:Bernd Krella und Anne Neurath als „Mann und Frau“: Ersterer lässt sich nicht verführen,weil er sich sonst als „kleiner Dicker“ blamiert. Absoluter Brüller, Krella sollte eine Theaterkarriere als  Komiker ins Auge fassen! Ausschließlich weibliche „Narrenteenies“ folgten mit einem temporeichen Piratentanz, von Silvia Messner einstudiert, je neun Mal in rot und schwarz gegeneinandergraziös „kämpfend“. 
„Brunneputzer“  Achim Metzger nahmein weiteres Mal kommunalpolitische Ereignisse aufs Korn. Ob Feuerwehrgerätehaus- Neubau oder DYN-A-5- Gewerbegebiet („da klaut Metz die Schau“), erntete er tosenden Applaus: „Man kann stolz sein, ein Orschweierer zu sein! “Sechs waffenfreie Hornig-Girls als unsoldatische Armee- Tänzerinnen, Bernd und Vivian Dosch als Vater undTochter zwischen Kosmetik und dringenderem Bedürfnis im Kampf ums Klo, auch noch die Tanzgruppe „Western“ mit neun Saloon- Damen: Da mag Köln oder Mainz mal bessersein! Nach der Pause Mitglieder des Narrenrates auf der „Tour de France“: Kurzzeitigradelte Egon Schaub vorne, bis die Feuerwehr den folgenden Werbetross mit weggeworfenem Knoblauch anführte. Farbenprächtig und indisch das „Bollywood“- Zunftballett, von Pia Richter einstudiert. Nach den Lottogewinnern Thomas Brettschneider und Reiner Heitz folgte Roland Busch von der befreundeten Narrengilde Wyhl: Seine klassische Büttenredestrotzte nur so vor Kalauern und Anzüglichkeiten, zum Amüsement des längst warmgewordenen Publikums. Abschluss des durch und durch kurzweiligen Abends: Das berüchtigte Männerballett als Garde, vorab choreografischgeknechtet von Maria undTanja Brettschneider: Die„Funkenmariechen“ mussten sich durch eine anstrengende Zugabe schwitzen! Schließlich drängten sich  genau 109 Akteure zum Finale auf der kleinen Hallenbühne, damit Hornig- Narren- Chef Thomas Brettschneider verkünden konnte, wie es weiter geht, nämlich: Weiter! Ehrenoberzunftmeister Mutz wusste schon vorher, warum in  Orschweier die Fasentfröhliche Urstände feiert: „Desisch g’wachse!“