15./16.09.06
Feuerwehreinsatz der anderen Art in Orschweier: 
Mit 25 Kilo Knoblauch die Gesundheit der Bevölkerung gefördert.
 
Von Michael Masson 
Da hatten die Feuerwehrmänner der OrschweiererAbteilung mindestens soviel Glück wie Verstand: Ihr legendäres „kleinstes Knob-lauchfest der Welt“, mittlerweile ausgerechnet das dreizehnte seit 1975, n der Umgebung als offener Geheimtipp für gemütliches „Feschteln“ gehandelt,fiel am Wochenende nicht ins Wasser. Erst tags drauf regnete es in Strömen. Nach einem klangvollen Einsatz des Musikzuges der Orschweierer Narrenzunft „Hornig“ hob Ortsvorsteher Dieter Beck schon beim Fassanstich am Freitag hervor, dass die wackere Wehr mit ihrem Fest, das alle zwei Jahre statt findet, eine weitere wichtige öf-fentliche Aufgabe wahrnehme: Sich nämlich durch die Verbreitung des medizinisch wirksamen Knoblauchs um die Gesundheit der Bevölkerung verdient zu machen. Die würzige Knolle beugt bekanntlich, sofern gegessen, nicht nur Infarkten und Schlaganfällen vor, sondern wirkt auch noch als potenzsteigernder Viagra- Ersatz. Den hätte allerdings, beeilte sich Beck zu versichern, Orschweiers männliche Einwoh-nerschaft nicht nötig. Beim dieses Mal verunglückten Zapfen-Anschlag in das Freibier Fass stand ihm Michel Fargier als Nothelfer bei, Kommandant der befreundeten „saveurspompiers“ aus Mahlbergs pro-vencalischer Partnerstadt Malaucène. Der hatte mit seinen Kameraden Christian Ligeois und Pascal Lombard eine nahezu 700 Kilometer lange Reise angetreten, um die herzliche Verbundenheit mit ihren deutschen Feuerwehrfreunden zu bekräftigen. Im „Gepäck“ hatten sie auch noch Malaucènes betagtes Original Louis „Loulou“ Ourth mitgebracht, der die Wochenendgelegenheit nutzte, um Waldau bei Titisee zu besuchen, wo er seit 1945 nach seiner Zeit als von den Nazis Zwangsdeportierter einige Wochen verbrachte und - wen wundert´s- nach 60 Jahren wenig wieder erkannte.

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Abends herrschte Hochbetrieb auch in der Feuerwehrküche: Chefkoch Thomas Burger hatte mit seinen Helfern alle Hände voll zu tun, Steaks, Baguettes, Salat und Suppen unter die Leute zu bringen, für deren pikante Würzung zuvor ganze 25 Kilo Knoblauch geschält und verarbeitet werden mussten - ohne die Hilfe der Frauen und Feuerwehr-Altersabteilung wäre das ein aussichtsloses Unterfangen gewesen. Derweil unterhielt „Herbert“ Hunderte von Gästen mit dezenter Stimmungsmusik, so dass an den Biertischen im Feuerwehrgerätehaus noch Gespräche in normaler Lautstärke möglich waren. Und wer den  Drang nach Draußen verspürte, konnte sich am Weizenbierstand im Freien gütlich tun oder am samstags den Flam-menkuchen der Mahlberger Feuerwehrjugend genießen natürlich mit Knoblauch drauf, versteht sich. Es ist kein bloßer Werbegag: Während der beiden Festabende schwebte tatsächlich eine deutlich zubemerkende Knoblauch-Dunstwolke über Orschweiers Dorfzentrum, nicht nur in der Nähe des Gerätehauses. Gesamt- und Abteilungskommandant RolfAckermann freute sich jedenfalls über den großen Besucherandrang und einen harmonischen Festverlauf, verabschiedete mit einigen Kameraden noch am Sonntag die Malaucèner Feuerwehrfreunde nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück, bevor die sich wiederauf ihre strapaziöse Heimreise machen mussten.