23.09.06                                                      
Zwischen Taumelkäfern und  Wasserskorpionen: Aufgeweckte Grundschüler entdecken die Natur.
 
Orschweier (mm).
Kinder an die Natur heran führen, sie die Pflanzen- und Tierwelt selbst entdecken zu lassen - das ist die Aufgabe des Ökomobils vom Freiburger Regierungspräsidium. Im Rahmen des Mahlberger Kinderferienprogramms war es am letzten Mittwoch am OrschweiererAngelsee stationiert. 17 Kinder im Grundschulalter fanden sich am Vormittag ein, um das vom Orschweierer Angelsportverein gepflegte Biotop näher in Augenschein zu nehmen. Ralf Berger, Öko- Experte auch in Sachen pädagogischer Vermittlung, schaute sich mit den neugierigen Jungforschern den Uferbereich als Lebensraum näher an, untersuchte mit ihnen, wiedort die Vegetation aufgebaut ist. Motto dabei: Selbst erkennen und erleben! So waren die Kinder mit Feuereifer bei der Sache, als es darum ging, Pflanzen selbst zu finden und zu bestimmen, allerlei Wissenswertes zu erfahren. Dass etwa aus Wei-denrinde in früheren Zeiten natürliche Schmerzmittel gewonnen wurden, ist selbst vielen Erwachsene nicht mehr bekannt. Nach einer Verschnaufpause, von den Helfern des Angelsportvereins mit Ge-  tränken und Brezeln verpflegt, ging´s in die zweite Lernrunde: Bewaffnet mit Küchensieben, Keschern, Pinzetten und Wasserschalen galt es, der kleinen Tierwelt auf die Spur zu kommen, im Wasser, unter Graswurzeln oder Steinen. Da war selbst Berger als Fachmann erstaunt, wie viel der Angelsee am Ufer her gab - einsicheres Anzeichen dafür, dass seine Wasserqualität ausgezeichnet ist. Ob Schnecken, Spinnen, Würmer, Kaulquappen oder Libellenlarven: Mit Begeisterung sammelten die Kinder alles, was da herumkrabbelte oder schwamm, bis auf Fische, versteht sich.   

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Im Ökomobil, einem umgebauten 7,5- Tonnen- LKW, ging es dann weiter: Darin befindet sich nämlich neben allerlei Gerät auch ein kleines „Klassenzimmer“, wo die eingesammelten Kleintiere sogar unter Mikroskopennäher untersucht werden können. Selbst einen Wasserskorpion konnten die Kinder ge-nau betrachten  (er ist natürlich ungiftig), auch einen Taumelkäfer, der seinen Namen von recht unorthodoxen Fortbewegungen im Wasser hat. Es wurde auch viel ge-zeichnet - dabei lernten die kleinen Biologen nicht nur, wie die Tiere aussehen, sondern nebenher Einiges über ihre Körperfunktionen. Sie waren konzentriert bei der Sache: Berger lobte die Kinder als besonders aufgeweckt- unter ihnen kam keine Langeweile auf. Schade nur, bedauerte Kurt Bur-ger, Vorsitzender des Angelsportvereins, dass einige der 23 angemeldeten Kinder einfach nicht gekommen waren: Ihre Plätze hätten gern andere eingenommen, wenn sich die Eltern der Mühe unterzogen hätten, ihre unpässlichen Sprösslinge rechtzeitig abzumelden. Das Freiburger Ökomobil, vom Land finanziert, kann übrigens beim Regierungspräsidium kostenlos angefordert werden, für Veranstaltungen, von Vereinen und Schulen, überall, wo es um Naturschutz geht. Allerdings ist es ziemlich ausgebucht: Bis Weihnachten sollten Termine für das nächste Jahr unter Dach und Fach sein.