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12.01.07
Die neue Bürgerinitiative Bahnlärm freut sich über gewichtige Unterstützung:

Auch Bürgermeister und Ortsvorsteher begrüßen ihre Arbeit. Mahlberg (mm).

Auf ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr befasste sich die „Bürgerinitiative Bahnlärm Mahlberg/ Orschweier“ (BIBL) mit Details zur Bahnplanung der dritten und vierten Gleise. Dietmar Kraske freute sich besonders, neben weiteren Gästen den Mahlbürger Bürgermeister Dietmar Benz und den Orschweierer Ortsvorsteher Dieter Beck begrüßen zu können. Gleich zwei Referenten waren ebenfalls ins Gasthaus Krone gekommen, um aus ihren Bürgerinitiativen zu berichten. Roland Rehmann von der Lahrer „BI Auto-Bahn-Trasse“ erläuterte vor allem die wichtigsten Kritikpunkte an der bislang ohne Alternativen geplanten Bündelungstrasse der Rheintalbahn mit den alten Gleisen. Insbesondere zu künftigen Lärmbelästigungen und Erschütterungen seien von der Deutschen Bahn (DB) bislang keine aktuellen Details zu erfahren, kritisierte er: „Die Bahn agiert mit falschen Zahlen und verkauft uns für dumm!“ Das sah auch Georg Binkert von der „BI Bürgerprotest Bahn Kenzingen- Herbolzheim“ nicht anders. Es gelte: „Bahnausbau ja- aber nicht so!“ Bis zu 780 Züge werden künftig auf der Rheintalstrecke fahren könnenviel mehr, als die DB mit ihrer veralteten Bundesverkehrswegeplan- Prognose zugibt. Die bisher geplanten Schallschutzmaßnahmen seien unzureichend, man müsse die betroffene Bevölkerung darüber aufklären, was in Sachen Lärm künftig wirklich auf sie zu kommt. Auch über eine alternative Bündelung der beiden neuen Bahngleise mit der Autobahn wurde heiß diskutiert.

Sie sei technisch realisierbar, würde einen Großteil des künftigen Güterverkehrs zwischen Offenburg und Riegel aus den schon heute geplagten Ortschaften heraus halten, dabei nur wenige Gemeinden neu tangieren. Eine solche Trassenplanung alternativ anzugehen, sei immer noch Sache der Politiker, zu entscheiden, wie auch die Abschaffung des bisherigen Schienen-Lärmbonus. Auf sie müsse entsprechender Druck ausgeübt werden. Dietmar Benz räumte ein, sich auch mit einer Autobahn- Bündelung anfreunden zu können, zumal mittlerweile eine früher ins Spiel gebrachte Variante, die neuen Gleise ausgerechnet zwischen Mahlberg und Orschweier von der alten Linienführung an die Autobahn zu bringen, sich erledigt haben dürfte. Auch Benz rügte die willkürlichen Planabschnitte der DB, veraltete Zugzahlen und den Schienenbonus. Dieter Beck zeigte sich vom mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss enttäuscht, an der DB- Bündelungstrasse fest zu halten. Darüber könne man erneut diskutieren und entscheiden, erklärte Benz. Er wolle jedenfalls die BIBL in ihrem Bemühen, die Bevölkerung sachlich zu informieren und ihre Interes- en zu bündeln, unterstützen. Am 3. März wird sich die BIBL formell als Verein gründen, einen Vorstand wählen und die Gemeinützigkeit beantragen. Ein Satzungsentwurf wurde schon erarbeitet.