Zurück zur vorigen Seite

28.01.07
Der Saal tobte:

Farbenpracht, Ballett, Witz, Klamauk und Gags am laufenden Band beim Bunten Abend der NZO. Orschweier (mm).

Auch in diesem Jahr war gut beraten, wer sich rechtzeitig eine Eintrittskarte besorgt hatte: Beim Bunten Abend der Orschweierer Narrenzunft „Hornig“ (NZO) platzte die Mehrzweckhalle ob des Besucheransturms fast aus allen Nähten. Traditionell stellte Prinz Heiko gleich zu Beginn des ausgelassenen Abends die von ihm selbst ausgesuchte Fasents- Prinzessin vor: Seine bis dahin streng geheimgehaltene Wahl fiel auf die charmante Daniela Krella, selbst Papa Bernd, seit Jahrzehnten im Narrenrat aktiv, wurde überrascht- und war natürlich mächtig stolz. Zeremonienmeister Michael Dosch führte durch das fünfstündige Programm, genau 136 Akteure bevölkerten nach und nach die Bühne. Ein dutzend Prinzengarden- Mädchen, von Tanja Siefert geleitet, warf temperamentvoll seine Beine nebst Kußhändchen, und schon ging das Saalpublikum mit. Für die Hästräger, nämlich Jockeles und Kühe, hatte Maria Brettschneider einen neuen Tanz kreiert, und dann berichtete Maria Frey als „Wassermeister Rauer- Sepp“ über das letztjährige Dorf- uns Stadtgeschehen, mit Bilder- Montagen unterlegt, etwa über den „Wechsel- Brunnen“, so genannt, weil er mit jedem - 2 neuen Bürgermeister einen anderen Standort erhält, so auch beim amtierenden Oberhaupt Dietmar Benz, dessen Bäuchlein mit dem seiner in froher Hoffnung befindlichen Ehegattin mit wachse. Ob Ortschaftsrat mit „Roller- Rockern“ oder eine neue Bade- Steuer für Swimmingpool-Benutzerdem Rauer- Sepp war nichts heilig. Sechzehn junge Narren- Teenies, rot und blau gewandet, präsentierten eine rasante Abschiedschoreografie von Silvia Messner im Disco- Stil, Andrea und Claudia Schaub unterhielten sich, mit Gesangseinlagen angereichert, über wichtige Ereignisse, etwa das Knoblauchfest, mit der potenzsteigernden Knolle alle zwei Jahre eine schöne Geburtenrate verursachend, oder die frisch angesiedelte HolzpelletFirma, für neue Arbeitsplätze sorgend - nämlich wegen des Wegfegens von Sägemehlresten auf den Straßen.

Das Duo Anne Neurath und Desiree Bösch lieferte sich als Mädchen vom Land und Stadtdame heitere Wortgefechte, ein „Flashdance“ des Zunftballetts (unter der Regie von Pia Kohler) in glitzernden Kleidchen mit wehenden Mähnen und wackelnden Popos ließ den Saal ebenfalls toben. Ehepaar Ute und Achim (Metzger) sorgte mit Gags am laufenden Band für Lachsalven („wenn alle Frauen in den Himmel kommen, herrscht Friede auf Erden“), zwischendurch begeisterte der Musikzug mit Dirigent Steffen Jäger sogar mit Gesangseinlage als „Kameraden auf See“. Elf Jahre Hornig- Girls: Sie begeisterten schön- schaurig mit einer aufwendig inszenierten und gruselig umrahnten „Mitternacht im Geisterschloss“, bevor die Mitglieder des Narrenrates reinsten Klamauk als WM- Fußballer auf die Bühne brachten, dabei unerreicht komisch Egon Schaub als Kanzlerin Merkel. Dirk Krella, Bernd und Vivian Dosch unterhielten mit einem gagreichen „gezappten“ Fernsehprogramm, gefolgt von wild- temperamentvollen farbenprächtigen „afrikanischen“ Massai- Damen. Unbestreitbarer Höhepunkt: Roland und Arne Busch von der befreundeten Wyhler Narrengilde in der „Fahrschule“: Köstliche Mimik, fernsehreife Szenen- das Publikum gröhlte vor Vergnügen. Noch das Männerballett als grazile „Spanierinnen“ mit Eleganz besonderer Art, dann weit nach Mitternacht „Großes Finale“ auf der Bühne. Blendende Stimmung im Saale: Noch lange wurde dort weiter gefeiert.