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14.07.07
DB- Chef Mehdorn nur um zwei Stockwerke verpasst: Mahlbergs Bahn- Bürgerinitiativen- Vorsitzender Kraske sprach mit hochrangigen Konzernmanagern.

Von Michael Masson

Die erst vor wenigen Monaten gegründete "Bürgerinitiative gegen Bahnlärm Mahlberg/Orschweier" (BIBL) hat mittlerweile sogar schon in Berlin Gehör gefunden, wenngleich erwartungsgemäß dort keine überraschenden Neuigkeiten verkündet, gar spektakuläre Zusagen gemacht wurden. Der BIBL- Vorsitzende Dietmar Kraske besuchte nämlich kürzlich als eines von fünf Delegationsmitgliedern der "Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein"(IG BOHR) die Hauptverwaltung der Deutschen Bahn (DB) auf deren Einladung, sprach dort mit hochrangigen Mitgliedern des Managements. Zur Vorgeschichte: Die IG BOHR hatte Bahnchef Hartmut Mehdorn Anfang April persönlich ein Protestschreiben gegen die bisherige Trassenplanung der "Rheintalschiene" entlang der alten Gleise zukommen lassen, ein Gespräch eingefordert. Natürlich kam Mehrdorn nicht selbst dazu - hatte er doch zeitgleich nur zwei Stock-werke höher im protzigen Berliner DB- Konzerngebäude mit Tarifverhandlungen gehörig zu tun. Aber die angetroffenen Gesprächspartner gehörten durchaus nicht zur letzten Garnitur des Unternehmens, so etwa Werner Klingberg, Konzernbevollmächtigter der DB für die Region Südwest und das Land Baden- Württemberg. Jürgen Illing, "Leiter der politischen Beziehungen der DB" (so ist wirklich sein Titel) erklärte gar offen, durch den Zusammenschluss der BahnBürgerinitiativen am Hoch- und Oberrhein hätten die sich zu einem "attraktiven Gesprächspartner" entwickelt. Wie weit damit den IG BOHR- Vertretern "Honig um den Mund geschmiert" werden sollte, wollte Kraske nicht näher kommentieren.

Immerhin, berichtete er auf der letztenVorstandssitzung der BIBL, sei aufschlussreich gewesen, dass die Bahnvertreter den "Schwarzen Peter der verfehlten Rheintal- Trassenplanung" gern an die Politiker weiter schöben: "Die DB- Verantwortlichen sagen, sie bräuchten nur mehr Geld, um eine an den Interessen von betroffenen Bürgern und der sonstigen Umwelt orientierte neue Planung vorzulegen!" Auftraggeber des zuständigen Eisenbahnbundesamtes sei die Bundesregierung, die müsse für mehr Geld sorgen, heißt es in der Konzernzenrale – wenig überraschend. Von den Folgen des bisher geplanten viergleisigen Ausbaus der Rheintalstrecke zeigten sich die Bahnvertreter "durchaus beeindruckt", berichtete Kraske weiter. Allerdings verwiesen sie anschlie nur darauf, sich zu ihrem Bedauern "gesetzeskonform" verhalten zu müssen. Genau deshalb, kündigte Kraske an, wolle man als BIBL "auch die Politik in die Verantwortung nehmen". Deshalb werde man nach den Ferien eine Podiumsdiskussion in Mahlberg veranstalten, in Zusammenarbeit mit benachbarten Bahn Bürgerinitiativen. Gernot Erler, Freiburger SPD- Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär der Bundesregierung, habe sein Kommen bereits bis auf Terminfeinabstimmung zugesagt. Erler sei zwar qua Amt für deutsche Außenpolitik zuständig, würde jedoch trotzdem gerne die ernstzunehmenden Vorschläge der Bahn- Bürgerinitiativen aufnehmen, berichtete Kraske seinem Vorstand. Der hörte das gerne und bereitet nun die öffentliche Veranstaltung vor, hofft schon jetzt auf viele Besucher.