Zurück zur vorigen Seite

01.05.07Saftiges Schaschlik, Dorfhock- Atmosphäre und rundum Frieden: Orschweier feierte einen gemütlichen ersten Mai mit seinem Musikzug.

Orschweier (mm). Wie soll es an einem ersten Mai auch anders sein, wenn die Feiertagssonne durchgängig lacht? Zwischen vielfältigen auswärtigen Freizeitangeboten hatten sich die Orschweierer zu entscheiden, doch ihrem Musikzug- Förderkreis blieben sie zumeist trotzdem treu. Der richtete seinen mittlerweile neunten Maihock im Dorfzentrum aus, an die 800 Gäste fanden sich dazu gleich neben dem Narrenschopf der Hornigen am alten Rathaus ein. Nicht von ungefähr, denn die längst regional bekannte Kapelle entwickelte sich aus dem ehemaligen Fanfarenzug der umtriebigen Orschweierer Narrenzunft und bestreitet per Förderkreis die Haupteinnahme, um ihren musikalischen Betrieb zu finanzieren. Drum gab´s am Dienstag auch kein Konzert, denn so gut wie alle 25 aktiven Kapellenmitglieder nebst Angehörigen sorgten stattdessen für schnelle Küche und Bedienung in ihrer letztes Jahr eingeweihten großen Holzbude - heuer, wenngleich überflüssig, sogar erstmals wettersicher überdacht. Der lukullische Renner am Mittag: Saftiges Schaschlik mit pikanter Soße. Musik wurde nicht vermisst: Über den ganzen Tag entwickelte sich eine gemütliche Dorfhock- Atmosphäre mit vielen Gesprächen, ganz ohne Platzangst oder zugedröhnte Ohren. Das zog auch viele ältere Mitbürger an, und mancher, der partout nicht mehr zum Malaucèner Platz laufen konnte, ließ sich wenigstens eine Essensportion in Schüsselchen oder Töpfen nach Hause tragen. Bis in den späAbend hinein hockten die Gäste gemütlich miteinander, bisweilen zwar im private Streitgespäche vertieft, jedoch ausnahmslos friedlich und moderat im Tone.

Da hatte der Förderverein des Musikzuges auch vorgebaut: Alle bekannten kritischen Klippen wurden erfolgreich umschifft, sogar das benachbarte ehrwürdige Kriegerdenkmal, älteren Mitbürgern besonders am Herzen liegend, war einschließlich seiner Begrünung vorsorglich mit Plastikbändern abgesperrt worden, um unwissende Kinder vom Erklimmen des SandsteinMonuments erfolgreich abzuhalten. Auch manch längst in der Ferne wohnende Orschwei- erer ließ sich erneut blicken, so Heinz Schiff, der seit Jahr- zehnten von Berlin regelmäßig ins Dorf zurück kehrt: „Da trifft man wieder Alle, es ist einfach schön!“ Die nächst weite Anreise hatten übrigens Thomas und Gunnar aus dem sächsischen Chemnitz („nu, da gomm wer här!“) hinter sich gebracht, nicht ohne das Versprechen, bei Oma Anna dringend noch einen „Gräschgurs“ (ungefähr übersetzt: Kracher- Kurs) in Sachen badischen Dialektes buchen zu wollen. Nu, se wärns baggn (packen, für Sachsen). Saskia Rauer, die frisch gewählte Vorsitzende des Musikzug- Förderkreises, zeigte sich beim ruhigen Abend- Ausklang des Maihocks erleichtert: Die Stimmung war „super“, meinte sie, alle Gäste hätten sich wohl gefühlt und die Kasse (so darf vermutet werden) stimmte auch. Besonders dankte Rauer den Nachbarn für ihr Verständnis, denn die Zahl der jährlichen Feste auf dem Orschweierer Maulaucèner Platz ist begrenzt. Beim diesjährigen Maihock jedenfalls konnten die Anwohner pünktlich zum abendlichen Zapfenstreich vor Mitternacht ihrer verdienten Nachtruhe frönen.