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21.02.07 Eine neue katholische Seelsorgeeinheit dreier Orte wird am Sonntag kirchenamtlich besiegelt.

Die Pfarrgemeinden bleiben dabei selbstständig. Am Sonntag ist es nun soweit: Im Rahmen eines Gottesdienstes wird die neue „Seelsorgeeinheit“ der katholischen Pfarreien Kippenheim, Sulz und Mahlberg mit einer Urkunden- Übergabe aus dem Freiburger Erzbischofsordinariat offiziell besiegelt. Damit ist dann amtlich, was seit mehreren Jahren vorbereitet wurde und jetzt dazu führt, dass sich künftig drei Kirchengemeinden nebst Teilorten die knapp gewordenen Pfarrer teilen. Zur Chronologie: Als der heutige Erzbischof Robert Zollitsch noch als Personalreferent im Ordinariat erkannte, dass der bundesweite Priestermangel auch an der Diözese nicht vorüber geht, brachte er ein Lösungsmodell in Umlauf, dass die neue Not lindern sollte, eben durch größere Seelsorgeeinheiten. Im Gegensatz zu anderen Bistümern, wo Zusammenschlüsse knallhart von Oben verordnet wurden, ging es dabei hierzulande weniger rigoros zu. Da wurden nämlich die Mitglieder der betroffenen Pfarrgemeinderäte vorher nach ihren Wünschen befragt und durften mit reden. Vor zwei Jahren fiel dort die Entscheidung: Zusammenarbeit ja, aber dabei selbstständig bleiben, hieß die Losung- und mit wem, wurde auch klar erklärt: Die Sulzer, von der großen Lahrer Stadtkirche nach wie vor nicht besonders angezogen, präferierten weiterhin die Zusammenarbeit mit Kippenheim, und die Mahlberger, ihrer Pfarrstelle verlustig gegangen, fanden sich nach anfänglichen Bedenken, „geschluckt zu werden“, dann doch mit den Sachzwängen ab.

Im März letzten Jahres fanden alle bei einer ersten Begegnung zusammen, auch dank des Sasbacher Pfarrers Edgar Eisele als Moderator mit fruchtbarem Ergebnis. So wurde schon im folgenden Dezember ein Kooperationsvertrag unterschrieben, der insbesondere regelt, wie künftig die kirchlichen „Grunddienste“ gemeinsam geregelt werden. Dazu wurde ein gemeinsamer Ausschuss der Pfarrgemeinderats- Vorstände gebildet, zuständig für gegenseitige Information und Koordination. Er berät im Bereich der Liturgie über Gottesdienstzeiten und –orte, die Verkündigung, Caritas und weitere gemeinsame Aufgaben. Kindergartenangelegenheiten bleiben weiterhin im Zuständigkeitsbereich der einzelnen Kirchengemeinden. Derzeit stehen der neuen Seelsorgeeinheit mit Dekan Gerhard Vetterle und seinem Kooperator Stefan Saum noch zwei Pfarrer zur Verfügung. Für den Fall, dass die sich die Seelsorgeeinheit „Maria Frieden Kippenheim“, wie sie nun der Einfachheit halber heißt, eines Tages einen einzigen Seelsorger teilen muss, liegt schon ein Plan vor. „Wir haben den Mut zur Lücke, dann müssen leider einzelne Gottesdienste ausfallen,“ erklärt der Sulzer Andreas Fleig, Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschusses. Probleme in der Zusammenarbeit sieht er nicht: „Wir können gut miteinander“, stellt er fest, und das bestätigt auch die Mahlberger Kirchengemeinderatsvorsitzende Maresa von Türkheim Böhl.