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12.02.07 Sonnenschein lockte tausende Besucher an:
Beim Narrenumzug kam der große Regen, doch (fast) alle blieben! Orschweier (mm).

Schade drum: Noch eine Stunde vor dem großen närrischen Straßenumzug lockte strahlender Sonnenschein, und so strömten, am letzten Sonntag, wie gewohnt, tausende Gäste aus der ganzen Region in das kleine Dorf. Doch kurz nach dem „Startschuss“ strömte etwas ganz anderes, nämlich ausdauernder Regen. Das focht die teilnehmenden 52 Gruppen mit rund 1200 Hästrägern jedoch nicht an: Sie absolvierten mit bester Stimmung den Dorfparcours, wenngleich nur die Zugspitze halbwegs ungeschoren an der Festhalle ankam, die meisten Narren jedoch bis auf die Haut durchnässt wurden. Auch die meisten Zuschauer hielten bis zum Ende im strömenden Regen durch, obzwar sie die Erfahrung machen mussten, dass Konfettiregen eben bei Regen besonders gut an Kleidung und Haartracht kleben bleibt. Äußerlich trocken blieb nur ZugOrganisator und Ansager Achim Metzger mitsamt einiger Prominenz der „Narrenzunft Hornig“ im überdachten Lautsprecherwagen. Traditionell eröffneten deren Musikzug, die Hästräger der Jockele und Kühe sowie Prinzenpaar Heiko I. und Daniela I. mitsamt ihrer Garde den bunten Zug, dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Aus dem näheren Umland, aber auch vom Hochrhein bis hin zu Lörrach und dem Schwarzwald mit VillingenSchwenninger Narren, gar erstmals Elsässern aus Schlettstadt (Séléstat) präsentierten sich Hästräger, Guggemusiken und aufwendige Umzugswagen in einer gelungenen und abwechslungsreichen Mischung, wie auch HornigOberzunftmeister Thomas Brettschneider erfreut lobte.

Haufenweise Hexen in verschiedensten Aufmachungen darunter die Grafenhausener Zunft hatte gleich über hundert von ihnen mitgebracht. Aber auch Däninger Seegrasrupfer, Friburger Schelle Hansele oder Bombacher Räwehupfer sorgten für alemannisches FasenKolorit. Moorebätscher, Suffoniker und Widdewierer Gullekepf entlockten ihren Instrumenten laute und gewohnt schräge Töne, der „BrucktalHiddi“ Wagen der Münchweierer Gäste passte mal gerade so unter die aufgehängten Straßengirlanden. Temperamentvolle WikingerMädels im Boot, PartyChoppers, königlich gewandet, ChaggaBabys im Hühnerfederkleid mit Riesenstall: Hier waren vor allem jüngere Narren am Werke, die bisweilen mit ihren aufwändigen Gefährten die wackeren FeuerwehrSicherungskräfte in engen Kurven schon mal besonders forderten. Extrem wetterfest in kurzen Röckchen: Die Alten Herren des SC Orschweier. Selbst die Schlettstatter als letzte im langen Umzug verloren ihre gute Laune unterwegs nicht, lockte doch anschließend die trockene Festhalle zum (auch innerlichen) Aufwärmen. Hier drängte sich das Publikum zwar etwas weniger als in den vergangenen wettergünstigeren Jahren, aber bis in die Nacht hinein wurde trotzdem kräftig weiter gefeiert: Richtige Narren lassen sich eben von etwas Feuchtigkeit nicht abschrecken.