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29.05.07Verabschiedung von Hubert Mutz: Mit „Jupp“ wurde ein außerordentlich beliebter Orschweierer Bürger zu Grabe getragen.

Mahlberg (mm). Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde am letzten Freitag Hubert Mutz beerdigt. Nicht nur in seinem Geburts- und Heimatdorf Orschweier war „Jupp“, wie er überall genannt wurde, außerordentlich beliebt. Er erlag nun einer schweren Krebskrankheit, die er vor acht Jahren noch besiegt hatte. Pfarrer Stefan Saum fasste es treffend zusammen: Hubert Mutz hatte „Charisma“, ein besonderes, einzigartiges Talent als Gottesgabe. Wo er war, konnte kein Streit entbrennen, mit seiner Gelassenheit und vor allem ansteckendcm Humor sorgte Jupp für Entspannung und gute Laune. Geboren wurde er als echtes Orschweierer Original 1930. Die Eltern Josef und Rosa (geborene Mast aus Rust) hatten dafür gesorgt, acht Jahre später auch noch seinen Bruder Lothar in die Welt gesetzt. Jupp begann in den letzten Kriegsjahren eine Mechanikerlehre bei den Junkers- Flugzeugwerken in Straßburg, schloss sie 1947 in Lahr ab. Bis zur seiner Rente arbeitete er als Automechaniker, allein dreißig Jahre bei seiner letzten Firma. 1955 heiratete Jupp seine Hildegard aus Schuttertal. Dieser glücklichen Ehe entsprossen zwei Töchter Fides und Petra, beide in Pflegeberufen engagiert, in der letzten Zeit ihren Vater zuhause begleitend, der an zwei Enkelsöhnen noch viel Freude hatte. Gesellig und lebensfroh war Hubert Mutz von Kindesbeinen an. Als Jugendlicher kickte er im Sportclub Orschweier, später in deren zweiter Mannschaft, die sich bis zum Verbot von Oben auf ihrem Trikot „Die Trotte“ nannte- einem guten Rebensaft bisweilen nicht abgeneigt.

Frühe Schiedsrichterkarriere bis zur damaligen Oberliga hinauf: Noch heute ist Mutzens Fairness legendär, bis zu seiner Erkrankung wirkte er als Obmann des Südbezirks weiter, war jeden Sonntag mit seiner Frau auf dem Fußballplatz zuhause. Nicht minder bei der Narrenzunft: Schon kurz nach Gründung der “Hornigen” war Jupp aktiv dabei, wurde 1971 Fasent- Prinz, Narrenrat und langjähriger Oberzunftmeister, gründete dort 1974 den Fanfarenzug als Vorläufer des heutigen Musikzuges. Auch beim Aufbau des Mahlberger Tabakmuseums war Hubert Mutz mit Leib und Seele dabei- noch im letzten Jahr als Museumsfüher tätig, seine Gäste nie langweilend. Sein Bruder sagt: “Jupp hatte auch hier immer einen guten Witz parat, die Leute haben sich gekringelt!” Er verrät auch, wo Jupp seinen “Übernamen” erhielt: Nämlich bei einem Holzfäller- Einsatz im Wald. Doch das ist eine andere Geschichte. Mutz war von 1978 bis 1994 Mitglied des städtischen Marktausschusses, wie Bürgermeister Dietmar Benz in seinem Nachruf erwähnte, fuhr auch als einer der wenigen ersten Delegationsmitglieder nach Malaucène: Er war Mitinitiatior und bis zuletzt Motor der Jumelage mit der provencalischen Partnergemeinde. Sprachprobleme kann es nicht geben, wo man gemeinsam lachen kann, war sein Motto. 1978 erhielt Mutz die baden- württembergische Ehrennadel für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement. Freundlichkeit, positives Denken: So bleibt Jupp auch seinen Boule- Freunden in Erinnerung, mit denen er bis vor wenigen Monaten noch die Kugeln geworfen hatte: Wo andere bisweilen mit dem Zentimetermaß stritten, konterte der ausgezeichnete Boule- Spieler mit einem lockeren Spruch, und niemand konnte mehr böse sein. Charisma eben.