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24.06.07Versuchsfeldtag in Orschweier: Auch hier steht das Wintergetreide gut, Landwirte dürfen mit guten Verkaufs- Preisen rechnen.

Orschweier (mm). Zahlreiche Landwirte fanden sich zum mittlerweile vierten sommerlichen „Versuchsfeldtag“ in Orschweier ein. Dort betreiben die Landwirtschaftsämter des Ortenaukreises, der Kreise Emmendingen und Rastatt auf 2,5 Hektar Ackerfläche eine Vielzahl pflanzenbauli- cher Versuche. Rainer Moritz, Chef des Offenburger Amtes für Landwirtschaft und Ernährungszentrum, wies auf die große Bedeutung des Versuchsprogramms für Landwirte an der gesamten Rheinschiene, aber auch Pflanzenzüchter, Landhandel und Genossenschaften hin. Die Märkte für pflanzliche Produkte zeigten sich „wieder deutlich freundlicher, auch im Bereich der energetischen Verwertung von Mais und Getreide ergäben sich „zunehmend interessante Perspektiven.“ Um so wichtiger sei, meinte Moritz, eine qualifizierte produktionstechnische Beratung der Landwirte. Sorteneigenschaften und Sortenkenntnis gewönnen an Bedeu- tung. Helmut Häs, einer der Pflanzenproduktionsberater an den Landratsämtern, führte in die aktuellen Versuche ein. Da stehen Winterraps-, -gerste und –roggen, unter idealen Bedingungen im letzten Herbst ausgesät, vom Frost Ende Januar kaum betroffen.

Zahlreiche Sortenversuche mit Sommerge- treide standen bisher unter ei- nem ungünstigeren Stern: Bei der Aussaat war es zu trocken, insbesondere beim Mais „stäubte“ es gewaltig, und im April hatten die Pflanzen bei über- durchschnittlich hohen Tempe- raturen eine starke Durststrecke zu überwinden, wurden dann im Mai allerdings mit starken Niederschlägen fast ertränkt. Aber ob Manager, Mendel, Meteor, oder Mirage: Zahlreiche Getreidesorten ma- chen sich trotzdem gut. Das deckt sich mit den bundeswei- ten Prognosen der Zentralen Markt- und Preisberichtsstel- le (ZMP) in Bonn: Zwar sieht es beim Getreide höchstens nach einer durchschnittlichen Ernte aus, aber die Preise weisen „stabile Tendenzen“ auf, auch, weil die aktuellen Bestände in den Getreidelagern ein historisches Tief erreicht haben, bei wachsender Nachfrage nicht zuletzt zur Erzeugung von Bioenergie. Beim anschließenden Rundgang auf den von Landwirt Hildebert Anselm zur Verfügung gestellten Anbauflächen konnten sich die Landwirte auch über Maissorten informieren, etwa in Abreife- und Düngungsversuchen. Auch Herbizide und Fruchtfolgen werden getestet, Bestandsdichten untersucht, Entwicklungsstadien beobachtet. Eines ist tabu: Genveränderte Pflanzen sind auf keinem der Versuchsfelder zu finden, im Gegensatz zu früheren Jahren übrigens auch keine Sonnenblumen mehr. Deren Anbau ist im Rheintal offenbar noch zu unbedeutend.