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27.02.07Nun formiert sich auch in Mahlberg Widerstand gegen Bahnpläne: Am nächsten Freitag gründet sich eine Bürgerinitiative.

Mahlberg (mm). Am nächsten Freitag wird sich eine „Bürgerinitiative gegen Bahnlärm Mahlberg- Orschweier“ (BIBL nennt sie sich schon) als Verein mit ordentlicher Satzung gründen, anschließend sofort die Eintragung ins Vereinsregister und den Status der Gemeinnützigkeit beim Lahrer Finanzamt beantragen. Ziel der BIBL wird sein, Bürger über die Gleiserweiterungspläne der Bahn zu informieren, ihnen auch bei der Vertretung ihrer Interessen als künftig betroffene Anlieger zur Seite zu stehen, denen vor allem gemeinsam Geltung zu verschaffen. Ganz obenan im Satzungsentwurf steht der übergreifende Zweck des Vereins in seiner Zielsetzung: Nämlich „Förderung des Umweltschutzes, dabei insbesondere die Begrenzung von Lärm und Reinhaltung der Luft“. Dass es sich dabei vorwiegend um die künftigen Belastungen durch die geplanten dritten und vierten Bahngleise entlang der Mahlberger Gemeinde nebst ihrem einzigen Teilort Orschweier mit Bahnhof handelt, versteht sich von selbst. Es begann mit einem öffentlichen Stammtisch des SPDOrtsverbandes im letzten November: Dort wurde von Gästen beklagt, dass im Gegensatz zu anderen betroffenen Gemeinden wie etwa Herbolzheim oder Kenzingen noch örtliche Friedhofsruhe herrsche- auch deshalb vielleicht, weil die Bahn den Planungsabschnitt KippenheimMahlberg angesichts Widerständen im anschließenden südlichen Bauabschnitt erst Jahre später in einer Salamitaktik offen legen will. Deshalb taten sich einige Bürger zusammen, um eine überparteiliche Initiative ins Leben zu rufen. In der letzten Woche wurde ein Flugblatt an die Bevölkerung verteilt, das dazu aufruft, „sich zu wehren“.

Alle drei Minuten würden künftig bis zu 1,5 Kilometer lange Güterzüge über die zwei neu geplanten Gleise fahren, allein nachts über 150 Züge. Da seien Gesundheitsschäden durch Dauerlärm und Feinstaub zu befürchten, Wertverlust von Immobilien, Einschränkung der Wohnqualität. Die Unterzeichner des Aufrufes, Martin Zetting und Dietmar Kraske, erklären, weshalb die Betroffenen aktiv werden sollen: Mit der geplanten Bahntrasse würde eine Jahrhundertentscheidung für eine europäische Hauptverkehrs- Schlagader durch das Rheintal gefällt. Die sei zwar notwendig- jedoch nicht auf Kosten der Anwohner. Ob menschen- und umweltverträgliche Planungsalternativen mehr Sinn machen - etwa mit einer Bündelung neuer Güterzugtrassen entlang der Autobahn - müsse ernsthaft untersucht werden. Dazu sollen die Bahn und bis zu ihrer weiteren Privatisierung vor allem die noch zuständigen Bundespolitiker gezwungen werden, Farbe zu bekennen, meint Kraske. Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz und Orschweiers Ortsvorsteher Dieter Beck haben jedenfalls schon geäußert, dass sie die Gründung der BIBL begrüßen. Egal ob Alternativ- Trasse an der Autobahn oder Bündelung mit den bestehenden Gleisen: In jeden Falle sei es wichtig, auf mehr als den bisher angekündigten Lärmschutz zu dringen. Die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative beginnt am kommenden Freitag, dem 2. März um 20 Uhr im Orschweierer Gasthaus „Krone“, eingeladen sind dazu auch die benachbarten Kippenheimer Bürger.