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Ausgelassene Unterhaltung bei der Narrenzunft Hornig: Ihr Bunter Abend brachte die Sitzreihen zum Wanken.

Von Michael Masson
Insgesamt 450 Plätze bietet die Mehrzweckhalle, und beim Bunten Abend der „Narrenzunft Hornig Orschweier“ (NZO) waren die Eintrittskarten dafür natürlich längst vor dem Spektakel am letzten Samstag Abend vergriffen. Gleich nach der Begrüßung durch Oberzunftmeister Thomas Brettschneider ließ Fasent Prinz Sven Sutter seine lang gehütetes Geheimnis lüften, die von ihm selbst ausgesuchte Partnerin ist eine strahlende Prinzessin Anne die Erste (Neurath): „Ich bin so glücklich wie noch nie, des halb zittern mir auch die Knie!“ So durfte sie denn auch gleich am neu gebauten Podium des Narrenrates Platz nehmen. Die elf junge Damen zählende Prinzengarde der NZO prä sentierte sich temperamentvoll tanzend in neuen, attraktiven schwarzroten Kostümen, Tanja Siefert hatte in den letzten Wochen dafür gesorgt, dass die Beine hoch flogen natürlich abwechselnd. Geringfügig gemessenerer Schritte folgte der von Maria Brettschneider einstudierte HästrägerTanz: Je fünf Jockele und Kühe wirbelten über die Bühne. Seit fünf Jahren im Programm: Maria Frey als Hauptamtsleiter „Rauer Sepp“, mit BeamerUnterstützung launig vom letztjährigen Dorfgeschehen berichtend. Etwa: Wenn Orschweier wegen einer Holzpellet Firma nicht schlafen kann, steigere dies die Geburtenrate, damit würde dann eine unechte Teilorts-Kommunalwahl überflüssig. Den Bür germeister Dietmar Benz steckte sie fotografisch in ein Napoleon Kostümder amüsierte sich später auch darüber, dass ihm längere Beine gewünscht wurden damit der Ortsvorsteher nicht mehr auf ihn herab sehen kann. Folgten zwölf „Hornig Girls“ in Regenkleidung und späteren sonnigen heißen Hös chen zu RundfunkNachrichten tanzend, einstudiert von Sylvia Messner. Erstmals mit Soloauf tritt dabei: Sandra Krause als breit alemannisch reimender „Klempner im All“, die Raum station MIR reparierend, weil der „Erfahrung mit Schrott“ hat.

Melanie Büges Narrenteenie Dutzend begann fromm als „GospelSingers“, nach flie gendem Kostümwechsel kam auch hier Tanzschwung herein. Schon längst waren die Gäste in Stimmung gekommen, je doch brachen sie beim von Naturtalent Bernd Krella und Anne Neurath präsentierten eingedeutschten „Dinner for One“ Sketch gleich reihenweise zusammen: Bernd Freddy Frinton stolperte zwar über ein Kuh statt eines Löwenfelles, sonst aber stand seine Orschweierer Version dem Fernsehklassiker in nichts nach. Just hier lieferte die wackere Feuer wehr eine unfreiwillige Ein lage: Ihre Mitglieder mussten wegen eines Fehlalarmes aus rücken, enteilten dem Saale. Der Narrenrat präsentierte sich „Immer wieder Sonntags“ life aus der DYN A 5Arena mit zahlreichen Schlagern, mode riert von Henrik Obergföll, assistiert von einer köstlichen „Frau Wäber“ (OZuMi Brettschneider), einer per Seil über die Bühne flatternden „Biene Maja“ (Leichtgewicht Achim Metzger). Antje Jörger und Silke Kern brillierten als wild kalauernde „Marie und Lili“, erstere ihren realen Dienstvor gesetzten Bürgermeister als Klofrau zu derem Ergötzen auch mal als „Dräckbambel“ bezeichnend. Asiatisches Zunft ballett (mit Pia Richter) in seiden glänzenden Kostümen tanzend, Roland Busch von der Wyhler PartnerNarrenzunft in der klassischen Bütt begeisternd, dann schließlich das NZO-Männerballett bayerisch in Lederhosen und prallen DirndlKostümen nebst Bu sengriff, Schuhplatteln und Holzsägen, schließlich gen Mitternacht das große Finale mit in fünf Reihen stehenden, die Bühne füllenden Aktiven. Dem Publikum gefiel´s: Keine Zoten unter Gürtellinien, när rische Unterhaltung pur: Da blieben noch Viele feiernd weit länger im Saale.